Familie
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Die Familie oder Gastfamilie ist die Königin der Unterkünfte bei Sprachreisen. Was wird nicht alles in den Katalogen der Sprachschulen und Sprachreiseveranstalter suggeriert? Man stellt sich die italienische Mama vor, die den Sprachschüler als viertes Kind aufnimmt, die jeden Tag leckere Pasta kocht und an deren Schulter er/sie sich bei Liebeskummer oder Heimweh ausweinen kann. Gerade bei den Sprachreisen für Schüler ist dieses Problem zentral. Der Aufenthalt bei einer Gastfamilie kann ein tolles Erlebnis sein, muss aber nicht. In der Regel ist es eine günstige Form der Unterbringung, bei der gerne auch Halb- oder Vollpension beinhaltet ist. Für viele Familien bedeuten die Sprachschüler ein Zusatz- Einkommen, es sollte am Schluss noch etwas übrig bleiben. Sehr vereinfacht und allgemein gehalten lässt sich die Situation so beschreiben: beide Seiten suchen die kulturelle Erfahrung, der eine bekommt eine günstige Unterkunft, der andere ein Zusatz- Einkommen. Damit dieses Gleichgewicht bei der Sprachreise gehalten wird, muss die Chemie stimmen, müssen beide Seiten aufeinander zugehen. Gerade in der Hochsaison ist es schwierig die Familie zu wechseln, weil die Schulen alles, was gerade noch akzeptabel ist, rekrutieren müssen. Wer das Reiserecht anwenden will, geht besser ins Hotel. Der nicht ganz neutrale Versuch diese delikate Situation in eine DIN- Norm zu fassen ist, wie schon zu erwarten war, gescheitert. Man sollte sich vor der Buchung überlegen, ob man für diese Art der interkulturellen Erfahrung bereit ist und möglichst viel Offenheit und Verständnis mitbringen. Lernen kann man immer dabei. Die Familiensprachreise, bei der Eltern und Kinder gemeinsam wohnen und getrennt lernen, hat wenig mit dem Begriff zu tun. Bei der Sprachreise für Senioren suchen die Schulen die Gastfamilien in der Regel sorgfältiger aus.









