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FTD und Sprachreisen

Die Financial Times Deutschland, FTD, widmet in kürzester Zeit dem Thema Sprachreisen zwei Artikel und rechnet ziemlich knallhart mit einem Schweizer Branchenführer für Schülersprachreisen (EF) ab.

Der erste Artikel heisst EF: Das verschwiegene Sprachimperium und bewegt sich zwischen Abrechnung und Journalismus, was bei einer seriösen Wirtschaftszeitung wie FTD doch überrascht und wahrscheinlich dem Sommerloch geschuldet ist. Viele Punkte sind falsch oder schlecht recherchiert. Und ich frage mich, warum sich die Autorin beim Thema Sprachreisen für Schüler und Jugendliche ausgerechnet ein schwedisches Familienunternehmen mit jahrzehntelangem Sitz in der Schweiz aussucht, um die Missstände im deutschen Sprachreisemarkt zu beschreiben. Der schwedische Eigentümer von EF und Milliardär, Bertil Hult, hatte 2010 der Schwedischen Kronprinzessin Victoria seine tolle Yacht für die Flitterwochen geliehen. Die Journalistin vergleicht dies mit den Reisen unseres Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff, was nicht nachvollziehbar ist. Auch dass sie Hult als einen der reichsten Männer der Welt bezeichnet, ist ein wenig seltsam. Als Spezialist für Sprachreisen wird ein Berliner Rechtsanwalt zitiert, der EF schon mehrfach erfolgreich verklagt hat. Der Jahresumsatz von EF beträgt geschätzte 2,5 Milliarden Franken. Bei so einem Prozess erhält der Kläger zwischen 50 € und 150 €. Für solche Beträge die Mühlen der Justiz einzuschalten ist gesellschaftspolitisch nicht unbedingt sinnvoll: Diese Art von Klagen ist dem deutschen Reiserecht geschuldet, die gibt es in anderen Ländern nicht. Das sind Arbeitsbeschaffungsmassnahmen für Deutsche Rechtsanwälte.

Ausserdem wird die fehlende Transparenz kritisiert, das Impressum von EF sei nicht vollständig. Da sollte man besser vor der eigenen Tür kehren: Die überwiegende Mehrheit der deutschen Agenturen für Sprachreisen nennt die Schulen nicht beim Namen sondern spricht von unserer Partnerschule in Rom oder nennt die Schule Cambridge-Zentrum oder Madrid-Günstig und kommt anscheinend damit durch. Jede dieser Schulen hat einen Namen und eine Internetseite, auf der man dieselbe Sprachreise nach geschickter Verhandlung in der Regel deutlich günstiger bekommt. Deutsche Agenturen fürchten die Direktbuchung, wie der Teufel das Weihwasser. In der Schweiz nennt die überwiegende Mehrheit der Agenturen die Namen der Sprachschulen. Man versucht den Kunden über gute Beratung zu gewinnen. Das meiste, was man zum Thema Sprachreisen in der deutschen Medienlandschaft liest, kommt von den Praktikanten der Agenturen in Deutschland: Schlechte und langweilige Pressemitteilungen, die für Suchmaschinen geschrieben werden und nicht für Menschen. Dagegen ist der FTD Artikel eine echte Erholung. Leider bleibt hier ein schlechter Beigeschmack, denn er wirkt wie eine Abrechnung mit dem Unternehmen.

Geschrieben von Alexandru Sandbrand am 29.08.12 10:25 in Rubrik: Deutsch | 0 Kommentare | 0 TrackBacks

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