Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen für Fremdsprachen
Ab und zu kommen auch sinnvolle Regulierungen aus Brüssel und Strassburg. Der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Fremdsprachen gehört dazu.
Der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Fremdsprachen entstand auf Initiative des Europarats und versucht Kriterien beim Fremdsprachenerwerb zu definieren, die sprachen- und länderübergreifend wirken. Sprach man bis vor nicht allzu langer Zeit von Anfänger, Fortgeschritten und Mittelstufe, mit völlig verschiedenen Definitionen schon innerhalb der einzelnen Länder, gibt es jetzt 6 Stufen von A1 bis C2, die konkret mit Definitionen gefüllt werden und sowohl allgemein nach der Sprachkompetenz als auch nach den einzelnen Sprachfertigkeiten Hören und Sprechen, Lesen und Schreiben beschrieben werden. Der grosse Vorteil ist, dass Lerner und Lehrende eine Masseinheit haben, mit der Zustände und Fortschritte in der Fremdsprache gemessen werden können. Davon profitiert die Sprachschule in England, der Verlag in der Schweiz, der Lerner in Spanien oder Österreich und Institutionen wie Cervantes oder Dante Alighieri. Über die Inhalte und Definitionen kann man logischerweise diskutieren, aber das ist bei einem gemeinsamen Nenner in so einem weiten Bereich nicht anders zu erwarten. Das ist normal. Auf jeden Fall kann der GER in allen Bereichen genutzt werden, sei für Senioren, Schüler oder Erwachsene. Unter anderem waren die grössten Deutschen Verlage für Fremdsprachen, das Goethe- Institut, und verschiedene Volkshochschulverbände an der Entstehung beteiligt. Die Verlage erhoffen sich mehr Klarheit für die Lehrwerksentwicklung, die Institutionen bessere Lehrpläne und Sprachdiplome. Vielleicht wird das irgendwann mal genauso akzeptiert wie unsere Standardgrössen für Papierformate (DIN A4 etc), die den Büroalltag deutlich vereinfachen. Wahrscheinlich liegt der Erfolg darin, dass viele Beteiligte aus unterschiedlichen Bereichen mitgewirkt haben. Bei der DIN Norm 14804 Sprachreisen, die ja irgendwie auch ein europäisches Produkt ist, sassen ein paar Lobbyisten mit so genannten Verbraucherschützern zusammen und die wichtigsten Beteiligten, die Sprachschulen, wurden nicht eingeladen. Der Unterschied liegt auf der Hand.
Geschrieben von Alexandru Sandbrand am 30.04.11 10:44 in Rubrik: Allgemein | 0 Kommentare | 0 TrackBacks


