Verlage und Anbieter von Sprachreisen
Verlage kaufen sich bei Anbietern von Sprachreisen im deutschsprachigen Raum ein. Die Gründe dafür sind sehr verschieden.
Vor einiger Zeit machte die Nachricht die Runde, der grösste Bildungsanbieter weltweit, Kaplan Aspect - über 2 Milliarden Jahresumsatz, übernimmt den Schweizer Marktführer für Sprachreisen Pro Linguis. Kaplan Aspect hat seinen Sitz in den USA, betreibt dort neben anderen mehrere private Unis und eine beachtliche Anzahl von Sprachschulen weltweit. Kaplan Aspect gehört zur Gruppe der Washington Post Company, der traditionsreichen amerikanischen Tageszeitung. Mit der Übernahme eines hoch angesehenen und bekannten Veranstalters für Sprachreisen machte Kaplan Aspect einen grossen Schritt in den so interessanten Schweizer Markt für Sprachaufenthalte. Nun kam eine nicht sehr gut ausgearbeitete Pressemitteilung der sueddeutschen.de, also der Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung, man habe sich an einem Bochumer Anbieter für Sprachreisen beteiligt. Darüber hinaus beabsichtige man weitere Beteiligungen um ausgewählte Märkte zu erschliessen. Und viele Anbieter von Sprachreisen in Deutschland fragten sich: Warum die und nicht wir? Warum diese Beteiligungen? Die meisten Online-Ausgaben der europäischen Tages- und Wochenzeitungen schreiben rote Zahlen, mit Ausnahme des Spiegels, The Guardian und ein oder zwei anderen Beispielen. In der Regel haben Zeitungsverlage Unternehmensberater engagiert, die darauf achten, dass sich alle Bereiche in die schwarzen Zahlen bewegen. So kommt es, dass die Online-Ausgaben der Tageszeitungen interaktiven Litfasssäulen gleichen, was heute gerne als Nutzwertjournalismus bezeichnet wird. Vermittlung von Sprachreisen mit Provisionen bis zu 50 % (fünfzig) bieten sich da für Kooperationen an und wir können mehr Beteiligungen von Online-Zeitungen an Anbietern von Sprachreisen erwarten. Irgendwann kommen auch Jugendsprachreisen und 50+ Sprachkurse dazu. Genauso kann man davon ausgehen, dass sich Zeitungen und Zeitschriften, bzw deren Online-Ausgaben an anderen lukrativen Geschäftsmodellen beteiligen. Anlageberatung, Versicherungen und vor allem die private Altersvorsorge in ihrer ganzen Bandbreite sind gute Kandidaten mit grossem Potential. Kritische Geister bezeichnen diese Tendenz als Sargnagel der unabhängigen Presselandschaft. Und dass die Kunden bei so vielen Beteiligten und so hohen Provisionen mehr bezahlen als sie eigentlich müssten, liegt auf der Hand.
Geschrieben von Alexandru Sandbrand am 07.04.11 16:52 in Rubrik: Deutsch | 0 Kommentare | 0 TrackBacks


