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Sprachschulen ohne Namen

Viele deutsche Agenturen für Sprachreisen nennen ihren Kunden den Namen der Sprachschulen nicht. Frage: Wem schaden Sie? Antwort: Den Sprachschulen vor Ort und Verbrauchern wie Ihnen.

In den Prospekten und auf den Internetseiten vieler deutscher Sprachreiseagenturen findet der Kunde nur namenlose Sprachschulen. Gerade in Städten mit mehr als einer Sprachschule kommt es oft vor, dass Sprachschulen schnell mal ausgetauscht werden, obwohl in den Prospekten der Agentur steht, dass jede Sprachschule sorgfältig und nach harten Kriterien wie z.B. Preis- Leistungs- Verhältnis ausgewählt wurden. Der Kunde merkt nichts, denn die Sprachschule war dem Kunden namentlich nicht bekannt. Mögliche Gründe für so einen lautlosen Austausch sind: die Sprachschule bietet die Sprachkurse vor Ort günstiger an oder weigert sich die eh schon horrende Provision um zusätzlich 5 oder 10% anzuheben. Oder der Druckkostenzuschuss ist doppelt so hoch wie vereinbart. Und eine andere Sprachschule vor Ort ist immer verzweifelt genug um diese Konditionen zu akzeptieren. Diese Austauschbarkeit schafft an den Sprachschulen ein Klima der Angst.

Gerade die Agenturen, die ihren Kunden den Namen der Sprachschule nicht nennen, werben gerne mit Begriffen wie garantierte Originalpreise, Direktpreise ohne Agenturzuschlag, faire Preise mit Garantie und so weiter. Die Sprachschulen werden gezwungen die Provisionen von bis zu 50% in ihre Preis- Tabellen mit einzuarbeiten. Sollten die Sprachschulen ihre Kurse vor Ort zu oft zu echten, also günstigeren, Preisen anbieten, tritt die oben beschriebene Austauschvariante in Kraft. Damit wären wir beim zweiten Geschädigten dieses Geschäftsmodells: Sie als Kunde bezahlen deutlich mehr als Sie eigentlich müssten. Buchen Sie direkt an der Sprachschule, denn da bekommen die Menschen, die die Dienstleistung Sprachreise erbringen auch Ihr Geld und nicht nur 50% davon. Das nennt man fair.

Das Phänomen gibt es in dieser Häufigkeit nur in Deutschland und es ist im doppelten Sinne unmoralisch. Denn es geht nur darum die horrenden Provisionen der deutschen Agenturen von bis zu 50% zu verteidigen. Das Nicht-Nennen der Namen der Sprachschulen ist ein verbraucherfeindlicher Akt, der den eigentlich Beteiligten, also den Schulen und Schülern, schadet. Normalerweise rühmt sich der Anbieter mit seinem Produkt, ist stolz eine gute Marke anbieten zu können. Wir hören von jungen, dynamischen Besitzern von Agenturen, die sich im Kollegenkreis rühmen, Anfragen von Schulen, die weniger als 40% Provision bieten, nicht einmal mehr anzusehen.

Geschrieben von Alexandru Sandbrand am 08.11.10 18:40 in Rubrik: Allgemein | 0 Kommentare | 0 TrackBacks

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