Sprachreisen – Vermittlung gegen Gebühr
Egal, ob Sprachreisen oder Finanzprodukte jeglicher Art, die gerechteste Form der Vermittlung ist die auf Honorarbasis. Und trotzdem wird sie sich wahrscheinlich nicht durchsetzen, denn die Industrie der Berater hat vorgebaut und die richtigen Leute mit ins Boot genommen.
Nicht umsonst hat Finanztest 9% Rendite im Jahr prognostiziert auf fondsbasierte Altersvorsorge oder empfiehlt seinen Lesern Bauriester als erste Möglichkeit um zum eigenen Heim zu kommen. Beides kann zwar stimmen, wird jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach im Laufe der Jahre sehr problematisch werden. In beiden Fällen wird dem Kunden das Produkt verkauft, das dem Berater am meisten Provision bringt, unabhängig davon, ob es gut für ihn ist. Finanztest hat im März Business Sprachkurse getestet und obwohl die Studie wieder einmal sehr schlecht war und die Leiterin am Ende wahrscheinlich nicht mehr genau wusste, wer oder was getestet wurde, konnte man doch einiges lernen:
Gerade die Agenturen, die die Katze im Sack anbieten, also den Kunden die wichtigsten Informationen vorenthalten und statt dessen von optimalem Preis- Leistungs- Verhältnis der Schulen sprechen, gerade die schicken ihre Kunden in Business Sprachkurse, in denen 18 Teilnehmer im Klassenzimmer sitzen. Das sind 4 Mal so viele, wie eigentlich beim Business Sprachkurs sein sollten. Und obwohl der Kurs die Schule aufgrund der grossen Klassen nur 30% oder 40% von dem eines richtigen Business Sprachkurses kostet, verlangen Schule und Agentur 80% des normalen Preises. Was mit den 30% oder 40% Differenz der Kosten, die Schule und Agentur sparen, geschieht, kann sich der intelligente Leser und Kunde denken.
Für Sie als Kunden sieht das Angebot vordergründig wie ein Schnäppchen aus und es wird Ihnen erst vor Ort klar, dass Sie ein Massenprodukt bekommen haben, obwohl Sie etwas Individuelles für den Beruf wollten und dachten dafür bezahlt zu haben. Sie können danach den Rechtsweg beschreiten, aber in der Regel widersprechen die Agenturen und der Gang durch die Instanzen kostet Geld und Zeit. Erfolgreicher ist der Weg über die Medien, da wird die Lösung schneller gesucht. Fazit ist, dass durch die Beratung auf Provisionsbasis, sowohl im Finanzbereich als auch bei den Sprachreisen, die schwarzen Schafe der Branche dazu tendieren die Produkte zu verkaufen, die am meisten Provision bringen und nicht die, die am besten für ihre Kunden sind. Wie gesagt, die schwarzen Schafe, es gibt auch genug andere. Die Lösung ist die Honorarberatung oder die konsequente Offenlegung der Provisionen. Das ist bekannt, aber leider nicht durchsetzbar, denn der deutsche Verbraucherschutz verdient an der momentanen Situation mit.
Geschrieben von Alexandru Sandbrand am 27.05.10 13:13 in Rubrik: Allgemein | 0 Kommentare | 0 TrackBacks

