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Stiftung Warentest kann auch anders

Die Stiftung Warentest testet die Pflege zu Hause und zeigt, dass sie sehr wohl in der Lage ist zwischen der Vermittlung und der eigentlichen Pflege zu unterscheiden, wenn man nur will. Beim Testheft Sprachreisen wollte die Stiftung Warentest nicht. Warum wohl?

Im Maiheft behandelt die Stiftung Warentest das Thema Pflege zu Hause und es ist kaum glauben: Der Test differenziert zwischen der eigentlichen Dienstleistung und der Vermittlung, beschäftigt sich aber nur mit der Vermittlung. Der Versuchsaufbau erschliesst sich dem Laien. Wie sehr hätte ich mir beim Sprachreiseheft Testpunkte wie Transparenz der Vermittlungstätigkeiten oder Kostentransparenz gewünscht; oder Sätze wie Die Agenturen im Test vermitteln nur. Das war bei den Sprachreisen nicht gewollt, nicht bei der Stiftung Warentest, nicht bei der DIN Norm und auch nicht bei den ZDF Sendungen WISO und ZDF Reporter. Es wäre interessant zu wissen, warum. Die Interessenskonflikte von ranghohen deutschen Verbraucherschützern wurden hier schon mehrfach beschrieben.

Wie gut wäre es gewesen, hätten sich die Sprachreise- Tester auf die Realität der Agenturen beschränkt. Man hätte die Qualität der Vermittlung und Beratung getestet und wäre auf beachtliche Unterschiede gestossen. Die eine Agentur nennt den Namen der Sprachschule, die andere nicht, die dritte Agentur bricht fast den Kontakt ab, wenn der Kunde den Namen der Schule auf jeden Fall wissen will. Man hätte keine Familien bewertet und sie schon gar nicht den Agenturen zugeordnet, denn die Familien werden von den Sprachschulen gestellt und nicht von den Agenturen, die damit fast nichts zu tun haben. Man hätte diese unerträglichen Bewertungen der Familie nicht im Heft veröffentlicht: Menschen in anderen Ländern, die Sprachschüler bei sich zu Hause aufnahmen, fanden sich als nach der DIN Norm 14804 Getestete im Heft wieder.

Man stelle sich vor: Die Stiftung Warentest hätte beim Sprachreise- Test die Qualität der Beratung richtig verglichen. Wie ausführlich, wie persönlich ist die Beratung? In der Schweiz gibt es Agenturen, die den Sprachschüler zu einem Beratungsgespräch in ihr Office empfangen. Anderen Agenturen ist es schon unangenehm, wenn man eine telefonische Beratung will, da muss alles per Email gehen. Da gibt es viel zu vergleichen. Wie ehrlich ist die Beratung? Um wie viel billiger bekomme ich z.B. die Sprachkurse in England bei der Direktbuchung an der Sprachschule? Oder ist es vielleicht gar nicht billiger? Wie transparent ist die Rechnung? Weiss ich, wie viel von meinem Geld z.B. an die Sprachschulen in England geht? Da kommen ja oft nur zwei Drittel an. Diese zentralen Punkte werden beim Pflege- Test behandelt, beim Sprachreise- Test werden Agenturen und Schulen auf unsägliche Art und Weise miteinander vermischt und in einen Topf geworfen, der Eindruck entsteht, dass es von den Testern gewollt ist.

Bei echtem Interesse, hätten die Tester schnell gemerkt, dass die DIN Norm 14804 in keinster Weise das hält, was sie verspricht und somit als Basis für den Sprachreise- Test völlig ungeeignet ist. Gerade die Sprachreise- Tester wissen ja auch, wie sie entstanden ist…… Und spätestens nach den so genannten Tests der Familien hätten die Alarmglocken läuten müssen, denn die meisten der Agenturen hatten schon die Zertifizierung nach der DIN Norm und all die beanstandeten Punkte hätten gar nicht passieren dürfen. Das wurde in den Pressemitteilungen der Agenturen als Minimalanforderungen beschrieben, die schon lange Standard seien. Aber eine echte Analyse war von den Sprachreise- Testern nicht gewollt….

Resümee: Es wäre wirklich interessant zu wissen, warum bei vergleichbarer Sachlage der deutsche Verbraucherschutz (Stiftung Warentest, DIN, DInCerto, ZDF, Verbraucherzentrale Berlin) bei den Sprachreisen beide Augen in Richtung Agenturen zudrückt und bei der Hauspflege relativ differenziert berichtet. Mittlerweile schliessen sich die ersten Agenturen unserer Kritik an der Art der Bewertung der Gastfamilien an und fordern mehr interkulturelle Sensibilität ein. Die im Testheft Sprachreisen veröffentlichten unsäglichen Beurteilungen kamen ja nicht von irgendwelchen Sprachschülern sondern von akkreditierten Testern der Verbraucherschutzorganisation.

Geschrieben von Alexandru Sandbrand am 23.08.09 16:58 in Rubrik: Allgemein | 0 Kommentare | 0 TrackBacks

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