Sprachreisen und verschiedene Währungen
Mit Einführung des Euros 2002 ist das Währungsproblem bei Reisen in die meisten EU- Länder weggefallen. Wenn Sie sich für eine Sprachreise nach England oder ausserhalb Europas interessieren, achten Sie zuerst auf die Währung, in der die Preise angegeben werden. Eine Preistabelle in englischen Pfund kann günstiger aussehen als sie tatsächlich ist, bei Preisen in z.B. Amerikanischen Dollar oder Schweizer Franken ist das Gegenteil der Fall. Deutsche Reiseveranstalter mussten bis Ende 2008 ihre Preise in Euro anbieten und voraussichtliche Währungsschwankungen in ihre Preistabellen mit einbauen. Seit 1.11.2008 sind flexible Prospektpreise bei den Veranstaltern erlaubt und der Verbraucher profitiert davon. Nur die Umsetzung lässt noch zu wünschen übrig.
Bis vor gar nicht allzu langer Zeit hätten Sie für die Preislisten der europäischen Sprachschulen auf diesem Portal die Umtauschkurse für 10 verschiedene Währungen im Kopf haben müssen. Die Einführung des Euros hat dies auf das Verhältnis zwischen dem Euro und dem englischen Pfund und dem Schweizer Franken reduziert. Vergessen sind Lire, Mark, Franc, Peseten, Schilling und die vielen anderen Währungen. Bei Sprachreisen nach Nordamerika, Sprachreisen nach Lateinamerika, Sprachreisen nach Südafrika und Sprachreisen nach Australien bleibt das Problem und Sie als Kunde haben es mit über 15 verschieden Währungen zu tun. Die meisten der Sprachschulen in Lateinamerika bieten Ihre Preise auch in Amerikanischen Dollar an, einige sogar in Euro. Deswegen ist es bei der Analyse der Preisliste entscheidend, in welcher Währung diese angegeben werden, der Unterschied zwischen US$ Dollar und Euro hat schon mal mehr als 50% betragen.
Bis Ende 2008 mussten Sprachreiseveranstalter ihre verbindlichen Katalogpreise in Euro, Sprachreisevermittler durften Ihre Preise in der Originalwährung (z.B. Pfund oder Dollar) angeben. Der Kunde kann den Unterschied zwischen Veranstalter und Vermittler praktisch nicht erkennen und so hatten die Vermittler besonders bei aussereuropäischen Destinationen günstigere Preise und einen Wettbewerbsvorteil. Die Veranstalter mussten die jeweiligen Umtauschkurse auf 1,5 Jahre vorhersagen und kräftige Puffer einbauen. Seit 1.11.2008 erlaubt das deutsche Reiserecht unter gewissen Umständen flexible Prospektpreise anzubieten. Im Prinzip gehören die Währungsschwankungen auch dazu, aber ganz klar ist es nicht, denn der Gesetzgeber wollte keine abschliessende Aufzählung vornehmen. Auf jeden Fall ist es für den Konsumenten eher vorteilhaft, auch wenn es Ihnen als Kunde bei einer Sprachreise passieren kann, dass im Prospekt der Agentur Preis 1 steht, Sie bei Ihrer Anfrage über Email oder Telefon Preis 2 erfahren und letztlich bei Ihrer Buchung Preis 3 bezahlen. Der Veranstalter muss seine Kunden in all seinen Publikationen mit Preisen klar und deutlich darauf hinweisen, dass das Prinzip Flexible Prospektpreise angewandt wird und das ist bei den meisten Katalogen der Sprachreiseveranstalter im Jahre 2009 meiner Meinung nach noch nicht der Fall. Wo kein Richter, da kein Kläger; der deutsche Verbraucherschutz drückt bei den Sprachreisen bekanntlich gerne mal das eine oder andere Auge zu und letztlich profitiert der Kunde von diesen flexiblen Preisen.
Geschrieben von Alexandru Sandbrand am 22.06.09 12:02 in Rubrik: Allgemein | 0 Kommentare | 0 TrackBacks


