Testheft Sprachreisen – Rückblick
Vor einem Jahr, im November 2007, kündigte die Stiftung Warentest mit markanten Sprüchen ihr Sonderheft zum Thema Sprachreisen an. Was als Standardwerk angekündigt war, entpuppte sich als Lehrstück für die Verstrickungen im deutschen Verbraucherschutz; Nebenjobs, Beraterverträge oder auch nur die Sicherung des eigenen Arbeitsplatzes sind wichtiger als die eigentliche Aufgabe den Verbraucher zu informieren. Das Testheft basiert auf der unsäglichen DIN Norm 14804, Sprachreisen, die unter seltsamsten Umständen zustande gekommen ist; die ZDF Sendung WISO, die angeblich Verbraucherschutz betreibt, hat dieses Heft unrecherchiert in einen Fernsehbeitrag transformiert. Alle diese Publikationen haben gemein, dass sie nie von Sprachschulen sprechen und immer nur von Agenturen und dass die Tatsache, dass die meisten Agenturen dem Kunden den Namen der Sprachschule erst nach der Buchung nennen, nicht wirklich thematisiert wird. Ein seriöser Verbraucherschützer würde dies nicht durchgehen lassen.
Was ist seit dem passiert? Die Geschäftsführerin der Verbraucherzentrale Berlin, Gabriele Francke, wird nicht mehr auf der Seite des Interessenverbandes der Sprachreiseagenturen als Beraterin aufgeführt, ein kleiner Erfolg. Zum Zeitpunkt der Erhebung stand ihr Bild noch auf der Internetseite des Verbandes. Trotz ihrer Verstrickungen und Interessenskonflikte ist sie weiterhin als Geschäftsführerin dieser wichtigen Verbraucherzentrale aktiv und ist immer noch Mitglied des Kuratoriums der Stiftung Warentest, zumindest wird sie auf deren Internetseite als solches aufgeführt. Verbraucherschutz und Sprachreisen passen nicht zusammen. DIN, DIN Certo, Stiftung Warentest und WISO haben ihre Aufgabe, den Verbraucher zu informieren, bei diesem Thema nicht erfüllt.
Geschrieben von Alexandru Sandbrand am 25.11.08 11:26 in Rubrik: Allgemein | 0 Kommentare | 0 TrackBacks


