Standards bei Sprachschulen
Laut TAZ fordert der Verband Deutscher Sprachschulen Qualitäts- Standards bei Sprachschulen und Sprachkursen in Deutschland. Dabei weiss man seit dem kläglichen Scheitern der DIN Norm für Sprachreisen,
dass sich diese Standards nur für Pressemitteilungen der Vermittler eignen und ansonsten den Sinn haben, Arbeitsplätze beim Verbraucherschutz Berlin, Stiftung Warentest und besonders beim Deutschen Institut für Normung zu sichern. Der Sprachschüler, also der Verbraucher hat wenig oder gar nichts davon.
Bei Bildungsthemen verstärkt sich in letzter Zeit der Eindruck, dass sich Verbraucherschutz und DIN immer mehr und einseitig für Werbezwecke instrumentalisieren lassen. Deswegen sollte man sich bei Suche nach der richtigen Sprachschule, dem richtigen Sprachkurs nicht zu sehr von DIN, ISO und Stiftung Warentest leiten lassen. Eine Sprachschule, die in sich harmonisch ist, muss sich nicht in Normen zwängen lassen. Die Bandbreite geht von Sprachkursen an traditionellen Sprachschulen, an normalen Schulen, Universitäten oder Volkshochschulen über Sprachkurse für Aussiedler, Gastarbeiter und nachgezogene Ehepartner bis zu Business Sprachkurse für Manager, Sprachkurse für Au Pairs oder Sprachurlaub für Ausländer, die Ihr Deutsch in den Ferien verbessern wollen und zusätzlich Betreuung und Unterkunft brauchen. Wie sollen all diese Gruppen glaubhaft in einer Norm zusammengefasst werden? Ich kann mir nicht vorstellen, dass das geht.
Bei der beruflichen Weiterbildung können solche Standards durchaus sinnvoll sein, denn das Arbeitsamt bezahlt die Kurse und muss die Qualität nachweisen, für die es bezahlt. Das hat mehr mit Steuergeldern als Verbraucherschutz zu tun. Beim aktuellen Normungsvorhaben Bildungsdienstleistung für Weiterbildung und Training soll es auch eine Norm für Sprachschulen geben. Dr. Holger Mühlbauer ist offensichtlich wieder dabei. Man kann nur hoffen, dass er aus seinen Fehlern bei der Sprachreisen- Norm EN 14804 gelernt hat, sowohl bei der Erstellung als auch bei der Vermarktung, sich diesmal mit Profis umgibt, sich deutlicher von seinen Auftraggebern absetzt und trotz der räumlichen Nähe eine grössere Distanz zu Gabriele Francke von der Verbraucherzentrale Berlin und vom Kuratorium der Stiftung Warentest wahrt. Die Geschäftsführerin der Verbraucherzentrale Berlin fiel neulich wieder dadurch auf, dass sie trotz der Störfälle in den Kernkraftwerken dem Berliner Senat empfahl beim Atom- Stromanbieter Vattenfall zu bleiben.
Sprachschulen Berlin * Sprachschulen München
Geschrieben von Alexandru Sandbrand am 23.09.07 22:05 in Rubrik: Deutsch | 0 Kommentare | 0 TrackBacks

